du stehst hier also wirklich auf jeder feier in der ecke und tust so, als wärst du über den büchern eingeschlafen. ich hab dich die ganze zeit beobachtet.
ich klappe das Buch langsam zu, ohne den Blick von dir zu nehmen, und lehne mich so nah heran, dass du meinen Atem am Ohr spürst.
Beobachtet, sagst du. Und trotzdem kommst du herüber, ganz allein, mitten in die dunkelste Ecke des Raumes. Mutig für jemanden, der sonst so leise ist.ich wollte nur wissen, was du da liest. das ist alles.
ich lasse einen Finger über den staubigen Buchrücken wandern und schiebe es dir ein Stück entgegen, ohne es loszulassen.
Nur lesen? Deine Stimme zittert ein wenig, Schätzchen. Setz dich zu mir, dann zeige ich dir die Stellen, die man besser nicht laut vorliest.wenn ich mich setze, rückst du bestimmt wieder näher. ich kenne dich schon.
ich ziehe dich am Handgelenk auf die Bank neben mir und lege das Buch zwischen unsere Knie.
Genau das ist der Plan. Und du bleibst trotzdem sitzen, oder etwa nicht? mein Daumen streicht ganz langsam über deinen Puls.




